Das erste Mal vor dem Whiteboard: Wie du ein WOD liest, ohne in Panik zu geraten
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Training Tips 27.3.2026 6 Min. Lesezeit

Das erste Mal vor dem Whiteboard: Wie du ein WOD liest, ohne in Panik zu geraten

Von WE.FIT

Du kommst ins Gym. Neben dem Eingang steht ein Whiteboard. Darauf hat jemand etwas geschrieben, das aussieht wie eine verschlüsselte Nachricht — Buchstaben, Zahlen, Abkürzungen, vielleicht ein Time Cap. Die Leute um dich herum nicken, als wäre alles völlig klar. Du stehst da und denkst: Was soll das bedeuten?

Das ist normal. Jede einzelne Person in diesem Raum hatte genau denselben Moment an ihrem ersten Tag. Das Whiteboard ist kein Test. Es ist einfach der Plan für das heutige Workout. Und sobald du weisst, wie man es liest, ist es eigentlich ziemlich simpel.

Was ist ein WOD?

WOD steht für Workout of the Day. Es ist genau das, wonach es klingt — das Workout, das dein Coach für diese Session geplant hat. Jeder Tag ist anders. Manche Tage sind schwere Lifts. Manche Tage sind schnell und cardio-lastig. Manche Tage lassen dich etwa ab Minute sieben deine Lebensentscheidungen hinterfragen. Alle machen dich besser.

Das WOD steht meistens auf einem Whiteboard vorne im Gym, manchmal auf einem Bildschirm. Es sagt dir, welche Bewegungen du machst, wie viele Wiederholungen, wie schwer, und in welchem Format du arbeitest.

Die wichtigsten Formate

Hier fängt es an, einschüchternd auszusehen — aber es sind wirklich nur eine Handvoll Strukturen. Wenn du die kennst, kannst du jedes WOD lesen.

AMRAP (As Many Rounds As Possible) — Du bekommst eine feste Zeit (sagen wir 12 Minuten) und eine Liste von Übungen. Du arbeitest die Liste so oft durch, wie du kannst, bevor die Zeit abläuft. Kein Druck, fertig zu werden. Einfach weitermachen.

EMOM (Every Minute On the Minute) — Am Anfang jeder Minute machst du eine bestimmte Anzahl Wiederholungen. Die restliche Zeit in dieser Minute ist deine Pause. Wenn die nächste Minute startet, geht’s wieder los. Je schneller du arbeitest, desto mehr Pause hast du.

For Time — Schaff das Workout so schnell wie möglich. Es gibt meistens ein Time Cap (sagen wir 15 Minuten) — wenn du nicht fertig wirst, ist das okay. Dein Score ist dann, wie weit du gekommen bist.

Rounds For Time — Ähnlich wie For Time, aber das Workout ist in eine bestimmte Anzahl Runden aufgeteilt. “5 Rounds For Time” heisst: Du arbeitest die Liste fünfmal durch, so schnell du kannst.

Chipper — Eine lange Liste von Übungen, die du einmal von oben nach unten durcharbeitest. Kein Wiederholen. Einfach Stück für Stück abarbeiten. Chipper sind tendenziell länger und testen deinen Kopf genauso wie deinen Körper.

Die Abkürzungen auf einen Blick

Hier beginnt das Whiteboard nach Buchstabensuppe auszusehen. Diese Abkürzungen tauchen ständig auf, und es lohnt sich, sie zu kennen.

  • Rx — “As prescribed.” Das Workout genau wie geschrieben, mit den vorgegebenen Gewichten und Bewegungen. Das ist der Standard, nicht die Erwartung. Dazu gleich mehr.
  • WOD — Workout of the Day
  • AMRAP — As Many Rounds As Possible
  • EMOM — Every Minute On the Minute
  • C&J — Clean and Jerk (Umsetzen und Stossen)
  • S2OH — Shoulder to Overhead (egal wie du es nach oben bringst — Push Press, Push Jerk, Split Jerk)
  • T2B — Toes to Bar (Zehen zur Stange)
  • C2B — Chest to Bar (Pull-Ups, bei denen die Brust die Stange berührt)
  • DU — Double Unders (das Springseil geht zweimal unter den Füssen pro Sprung)
  • MU — Muscle Ups (an der Stange oder an Ringen)
  • HSPU — Handstand Push-Up
  • KB — Kettlebell
  • DB — Dumbbell (Kurzhantel)
  • BB — Barbell (Langhantel)

Du musst das nicht auswendig lernen. Nach ein paar Wochen sitzt das von alleine. Und dein Coach erklärt vor jedem Workout, was alles bedeutet.

Rx vs Scaled — der wichtigste Teil

Auf dem Whiteboard siehst du meistens zwei Spalten: Rx und Scaled. Rx ist die vorgeschriebene Version — die vollen Bewegungen und Gewichte wie geschrieben. Scaled ist eine angepasste Version, die dir den gleichen Trainingsreiz gibt, auf einem Level, das zu dir passt.

Und hier ist, was die meisten Anfänger nicht wissen: Scaling ist kein Versagen. Scaling ist smartes Training. Wenn das WOD 60kg Deadlifts vorschreibt und deine Technik bei 40kg auseinanderfällt, ist 40kg mit sauberer Technik das bessere Workout. Du wirst trotzdem stärker. Du machst trotzdem die Arbeit. Du machst sie nur auf dem richtigen Level für dort, wo du heute stehst.

Fast alle scalen am Anfang. Viele erfahrene Athleten scalen auch regelmässig, je nach Workout. Die Coaches bei WE.FIT helfen dir jedes Mal, das richtige Gewicht und die passenden Bewegungsvarianten zu wählen. Genau dafür sind sie da.

Lass uns zusammen ein WOD lesen

Hier ist ein Beispiel-Workout, das du auf dem Board sehen könntest:

AMRAP 15 10 KB Swings (24/16kg) 12 T2B 200m Run

So liest du das, Stück für Stück:

  • AMRAP 15 — Du hast 15 Minuten. Schaff so viele Runden wie möglich.
  • 10 KB Swings (24/16kg) — 10 Kettlebell Swings. Die erste Zahl (24kg) ist das Rx-Gewicht für Männer. Die zweite (16kg) das Rx-Gewicht für Frauen. Dein Coach hilft dir, das passende Gewicht für dich zu finden.
  • 12 T2B — 12 Toes-to-Bar. Häng an der Klimmzugstange und bring deine Zehen hoch bis zur Stange. Scaled Version? Hanging Knee Raises funktionieren super.
  • 200m Run — 200 Meter laufen. Wenn Laufen nicht dein Ding ist, gibt’s meistens eine Ruder- oder Bike-Option.

Das war’s. Drei Übungen, 15 Minuten, weitermachen. Dein Score ist die Anzahl voller Runden plus die zusätzlichen Wiederholungen, die du geschafft hast.

Siehst du? Gar nicht so schlimm.

Was im Raum passiert

Hier ist, was das Whiteboard dir nicht verrät: Vor jeder Class geht der Coach das komplette Workout durch. Jede Bewegung wird erklärt. Jede Bewegung wird demonstriert. Die Coaches sagen dir, was du scalen kannst und wie. Sie kontrollieren deine Technik beim Aufwärmen. Und während des Workouts selbst beobachten sie, geben Cues und helfen.

Niemand erwartet, dass du das Whiteboard alleine am ersten Tag entschlüsselst. Oder am zehnten. Das Board ist eine Orientierungshilfe, kein Quiz. Die echte Information kommt von deinem Coach, der direkt vor dir steht und sicherstellt, dass du genau weisst, was du tust, bevor die Uhr startet.

Bei WE.FIT — egal ob in unserer Box in Wädenswil oder Meilen am Zürichsee — beginnt jede Class mit einer ausführlichen Erklärung. Du weisst immer, was kommt. Und wenn du es mitten im Workout vergisst, schau einfach aufs Board. Dafür ist es da.

Du lernst es schneller als du denkst

Nach deinen ersten paar Classes fängt das Whiteboard an, Sinn zu ergeben. Du wirst wissen, was AMRAP bedeutet, ohne nachzudenken. Du erkennst den Unterschied zwischen For Time und EMOM auf einen Blick. Die Abkürzungen, die vorher wie Kauderwelsch aussahen, werden zur Selbstverständlichkeit.

Und ehrlich gesagt — der Moment, wenn du reinkommst, aufs Board schaust und sofort verstehst, was dich erwartet? Der fühlt sich richtig gut an. Er bedeutet, dass du dazugehörst. Weil du das tust.

Bereit für dein erstes WOD? Wir bieten 2 kostenlose Probetrainings — keine Erfahrung nötig, kein Druck, einfach vorbeikommen. Unsere Coaches kümmern sich um den Rest.

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